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824314244466 aus 49 · zuletzt ausgelost 10:42:31 Uhr nach Block 967.258Wer mag, versucht es mit dieser Reihe — sie ist so gut wie jede andere.+10 min
Zwei eigene Bitcoin-Nodes: zu Hause 967.258 · Wien 967.258 · Unterschied ✓ 0Beide Nodes stehen auf derselben Höhe — unabhängig voneinander geprüft. Einzelheiten

Vorhersage — kann ein lernendes Verfahren die nächste Ziehung treffen?

Warum es diese Seite gibt. Überall wird behauptet, eine künstliche Intelligenz könne Lottozahlen vorhersagen. Diese Website könnte das bestreiten — stattdessen hat sie es gemessen. Vier lernende Verfahren, echte Ziehungen seit 1955, echte Bitcoin-Blöcke aus der eigenen Node, und eine einzige Messzahl, die vor dem ersten Rechenlauf festgelegt wurde: am 16.09.2026, schriftlich, samt Entscheidungsregel und der Verpflichtung, das Ergebnis zu veröffentlichen, wie immer es ausfällt.

Das Ergebnis vorweg: Kein Verfahren schlägt den Zufall. Interessanter als dieses Ergebnis ist aber der Weg dorthin — denn zwischendurch sah es kurz anders aus.

Wie gemessen wurde

Ein Verfahren bekommt alle vergangenen Ziehungen zu sehen und nennt daraufhin seinen Tipp für die nächste. Gezählt wird, wie viele der getippten Zahlen tatsächlich gezogen wurden. Über viele Ziehungen gemittelt ergibt das die mittlere Trefferzahl je Ziehung — die eine Messzahl dieser Seite.

Beim Lotto 6 aus 49 liegt sie bei reinem Raten fest:

mittlere Treffer=6 × 649=0,7347

Sechs getippte Zahlen, von denen jede mit sechs zu neunundvierzig gezogen wird. Wer rät, trifft im Mittel drei Viertel einer Zahl.

Damit ein Verfahren als besser als Zufall gilt, muss es diesen Wert übertreffen, und sein Vertrauensbereich darf ihn nicht mehr einschließen. Beides stand vorher fest. Die Daten wurden zeitlich getrennt: ältere Ziehungen zum Lernen, mittlere zum Einstellen der Stellschrauben, die jüngsten zum Prüfen — und dieser Prüfteil wurde genau ein einziges Mal angefasst.

Die vier Verfahren

Häufigkeit — die „heißen Zahlen“
Tippt die Zahlen, die zuletzt am öftesten kamen. Der Klassiker aus jedem Ratgeber.
Gegenmodell — die „kalten Zahlen“
Tippt die Zahlen, die am längsten ausblieben. Der ebenso verbreitete Gegenratschlag.
Gradient Boosting
Ein Verfahren aus vielen kleinen Entscheidungsbäumen, das aus Merkmalen der letzten Ziehungen lernt: Abstände, Summen, gerade und ungerade, Häufigkeiten in gleitenden Fenstern.
Neuronales Netz
Ein Netz mit Langzeitgedächtnis (englisch long short-term memory, kurz LSTM), das ohne jede Vorgabe auf der reinen Ziehungsfolge lernt.
Nullmodell
Reines Raten. Der Maßstab, an dem sich alle anderen messen lassen müssen.

Das Ergebnis

Vier Reihen, je fünf Verfahren. „Bestes Verfahren“ ist jeweils das, das im Prüfzeitraum am meisten getroffen hat — nicht das, das etwas kann.

ReihePrüfziehungenZufall erwartetbestes VerfahrenTrennschärfeUrteil
Lotto 6 aus 49echte Ziehungen seit 19553840,73470,8281Häufigkeit (heiße Zahlen)11,1 %ein Scheinfund
KENO 10 aus 70echte Ziehungen seit 20161.2852,85712,8942Gegenmodell (kalte Zahlen)2,5 %Nullergebnis
Bitcoin 6 aus 49Blockhashes, übersetzt in Reihen10.0000,73470,7439Nullmodell (Zufall)2,0 %Nullergebnis
Bitcoin, rohe Bitsdie unteren 128 Bit je Blockhash10.00032,000032,0388Nullmodell (Zufall)0,2 %Nullergebnis

Lotto und Bitcoin stehen auf derselben Messzahl. Beide rechnen mit 6 aus 49, beide erwarten 0,7347 Treffer je Ziehung. Dafür wird jeder Blockhash in eine Reihe übersetzt — als exakte Ziehung ohne Zurücklegen, geprüft auf Gleichverteilung. Es wird also nicht behauptet, ein Bitcoin-Block sei so wenig vorhersagbar wie eine Lottoziehung; es steht an derselben Zahl.

Und in zwei der vier Reihen ist ausgerechnet das Nullmodell das beste Verfahren — reines Raten schlägt alles, was gelernt hat. Das ist kein Versehen in der Tabelle, sondern das Ergebnis in seiner deutlichsten Form.

Der Zwischenfall: kurz sah es nach einem Fund aus

Im ersten Durchlauf erfüllte das Häufigkeitsmodell beim Lotto die vorher festgelegte Bedingung: 0,8281 Treffer je Ziehung gegen eine Zufallserwartung von 0,7347 — das sind 12,7 Prozent darüber, und der Vertrauensbereich schloss den Zufallswert nicht mehr ein. Nach der eigenen Regel war das ein Fund.

Was die Festlegung für diesen Fall vorsah. Ein Fund wird erst nach unabhängiger Nachrechnung gemeldet — denn die naheliegendste Erklärung ist nicht Hellsehen, sondern ein Fehler im Aufbau oder ein Zufallstreffer unter vielen Versuchen. Also drei Nachrechnungen, jede für sich aussagekräftig.

Erste Nachrechnung: derselbe Aufbau auf Ziehungen ohne Gedächtnis

1.000 künstliche Datenreihen in Originalgröße, gleichverteilt gezogen, also garantiert ohne jedes Muster. Der Aufbau meldete dort 27 Funde — bei rund einem von vierzig Läufen sieht reiner Zufall wie ein Treffer aus. Das spricht nicht gegen den Aufbau, es ist die bekannte Irrtumsrate eines Vertrauensbereichs von 95 Prozent. Aber es heißt: Ein einzelner Fund dieser Größe ist nichts Besonderes.

Zweite Nachrechnung: derselbe Aufbau auf früheren Zeiträumen

Ein tatsächlicher Effekt müsste sich auch früher zeigen. Sieben aufeinanderfolgende Prüfzeiträume seit 2005:

PrüfzeitraumTreffer je ZiehungLage zum Zufall
2005 bis 20070,7284darunter
2008 bis 20100,7220darunter
2011 bis 20130,7700darüber
2014 bis 20160,7229darunter
2017 bis 20190,6314darunter
2020 bis 20220,8121darüber
2023 bis 20250,8275darüber

Mittel über alle sieben Zeiträume: 0,7449 gegen die Zufallserwartung 0,7347. Der Wert schwankt um die Erwartung, mit einem Ausschlag nach unten in den Jahren 2017 bis 2019, der fast so groß ist wie der nach oben.

Dritte Nachrechnung: der beste von tausend reinen Zufallstipps

1.000 Verfahren, die nichts anderes tun als würfeln, auf demselben Prüfzeitraum. Das beste davon erreichte 0,8698 Treffer je Ziehung — 18,4 Prozent über der Zufallserwartung, und damit deutlich mehr als der scheinbare Fund mit 12,7 Prozent.

Aufgelöst. Der Fund hält keiner der drei Nachrechnungen stand. Ein Prüfzeitraum von 384 Ziehungen ist zu kurz, um einen Ausschlag dieser Größe vom Zufall zu unterscheiden. Es bleibt beim Nullergebnis — auf allen vier Reihen.

Wie aus reinem Zufall eine treffsichere künstliche Intelligenz wird

Die dritte Nachrechnung ist mehr als eine Kontrolle — sie zeigt den Mechanismus, der hinter praktisch jeder Werbung für ein Lottovorhersage-Angebot steckt. Man muss dafür nicht einmal lügen:

  1. Man lässt 1.000 Verfahren laufen, die alle nichts können.
  2. Man sieht nach, welches davon zufällig am besten abgeschnitten hat.
  3. Man zeigt dieses eine: 18,4 Prozent über dem Zufall — nachprüfbar, echte Ziehungen, kein erfundener Wert.
  4. Über die anderen 999 spricht man nicht.

Der Anbieter hat dann eine wahre Zahl, ein echtes Verfahren und eine nachprüfbare Auswertung. Es fehlt nur die Angabe, wie viele Verfahren vorher durchprobiert wurden — und genau diese Angabe fehlt praktisch immer. In der Fachsprache heißt das Mehrfachvergleichs-Problem: Wer genug Fragen stellt, bekommt irgendwann eine auffällige Antwort, ohne dass irgendetwas dahintersteckt.

Dieselben Daten, zwei gegensätzliche Ratschläge

Die Tabelle der sieben Zeiträume lässt sich auf zwei Arten zitieren. Wer die Jahre 2017 bis 2019 nimmt, „belegt“ damit, dass heiße Zahlen schlechter sind als Raten — also: kalte Zahlen spielen. Wer 2023 bis 2025 nimmt, „belegt“ mit derselben Tabelle das Gegenteil.

Beide Male sind es echte Ziehungen, richtig gerechnet, ehrlich zitiert. Und beide Male ist es Rauschen. Das ist der Grund, warum es in der Ratgeberliteratur beide Lager gibt und warum beide mit Zahlen argumentieren können: Sie müssen sich nur den Zeitraum aussuchen, der zum eigenen Ratschlag passt.

Die Frage, die in solchen Behauptungen immer fehlt

Wie genau eine Messung überhaupt hinsehen kann, hängt daran, über wie viele Ziehungen sie läuft. Ein kleiner Vorteil verschwindet in wenigen Ziehungen im Rauschen — und umgekehrt kann Rauschen dort wie ein Vorteil aussehen. Genau das war der Zwischenfall weiter oben.

ReihePrüfziehungenkleinster noch erkennbarer Vorteil
Lotto 6 aus 4938411,1 %
KENO 10 aus 701.2852,5 %
Bitcoin 6 aus 4910.0002,0 %
Bitcoin, rohe Bits10.0000,2 %

Bei 384 Lottoziehungen reicht es nur für Abweichungen über elf Prozent. Bei zehntausend Bitcoin-Blöcken sinkt die Schwelle auf zwei Prozent, bei den rohen Bits auf zwei Zehntel Prozent — dort landen die vier lernenden Verfahren alle innerhalb von sieben Tausendsteln um den erwarteten Wert.

Woran man eine solche Behauptung prüft. Wer sagt, sein Verfahren schlage das Lotto, muss zuerst sagen, über wie viele Ziehungen er das gemessen hat — und ob er den Prüfzeitraum vorher festgelegt oder hinterher ausgesucht hat. Ohne diese beiden Angaben ist die Behauptung nicht prüfbar. Sie fehlen fast immer.

Was hier ausdrücklich nicht gezeigt wird

Die Messung zeigt, dass niemand den nächsten Blockhash vorhersagen kann. Sie zeigt nicht, dass niemand ihn aussuchen kann. Das sind zwei verschiedene Eigenschaften, und weil Blockhashes gelegentlich als öffentlich nachprüfbare Zufallsquelle für Verlosungen dienen, gehört der Unterschied hierher.

Ein Miner findet den Block, dessen Hash die Verlosung entscheidet, und das Ergebnis passt ihm nicht. Veröffentlicht er ihn, bekommt er die Blockbelohnung und verliert die Verlosung. Verwirft er ihn still und sucht weiter, bekommt er für diesen Block nichts — aber der nächste Hash ist ein neuer Versuch. Verwerfen lohnt sich, sobald

Verlosungssumme=Blockbelohnung × (1 − Anteil)Trefferwahrscheinlichkeit

Der Anteil ist der Anteil des Miners an der Rechenleistung des Netzes; die Trefferwahrscheinlichkeit ist eins geteilt durch die Zahl der möglichen Ergebnisse.

Wie fein das Ergebnis istSolo-MinerPool mit 30 Prozent
Münzwurf (gerade/ungerade)21
Würfel (eine von sechs Zahlen)64
einer von zehn Losen107
einer von hundert Losen10070
einer von zehntausend Losen10.0007.000
Sechser im Lotto (C(49,6))13.983.8169.788.671

Angegeben in Vielfachen der Blockbelohnung; eine Blockbelohnung ist derzeit wert. In Vielfachen, damit die Tabelle nicht mit dem Kurs veraltet.

Je gröber das Ergebnis, desto billiger der Angriff. Ein Münzwurf aus einem Blockhash ist schon ab zwei Blockbelohnungen angreifbar. Umgekehrt schützen sich feine Ergebnisse selbst: Einen Sechser zu erzwingen kostet mehr, als jede denkbare Verlosung einbringt.

Der stärkste Gegeneinwand. Wer sofort verwirft, hinterlässt keine Spur — es gibt also keinen zuverlässigen Nachweis, weder dafür noch dagegen. Der Miner muss die Verlosung außerdem kennen und an ihr beteiligt sein. Und es gibt eine wirksame Gegenmaßnahme: Kombiniert man mehrere aufeinanderfolgende Blockhashes, muss ein Angreifer sie alle nacheinander kontrollieren; schon drei Blöcke machen das für jeden außer einer Mehrheit des Netzes aussichtslos. Die Rechnung unterstellt zudem einen Miner, der nur auf den Erwartungswert schaut.

Deutsche Lotterien halten genau deshalb an physischen Ziehungsgeräten unter notarieller Aufsicht fest, obwohl ein Rechner billiger wäre. Unvorhersagbar und unbestechlich sind nicht dasselbe.

Zum Selbstnachrechnen

Die Ziehungen
Lotto 6 aus 49 seit dem 09.10.1955 und KENO Deutschland seit 2016 — beides öffentlich verfügbare Ziehungsarchive.
Die Blöcke
50.000 aufeinanderfolgende Bitcoin-Blöcke, abgerufen von der Node dieses Betreibers. Keine Lücken, alle Hashes eindeutig.
Die Rohwerte
Alle Messwerte dieser Seite als Datei: vorhersage.json — je Reihe und Verfahren die mittlere Trefferzahl, der Vertrauensbereich, die Zufallserwartung und das Urteil. Dazu die Grundlage der beiden Bitcoin-Zeilen: vorhersage-blockliste.json mit Höhe, Zeitstempel und Hash aller 50.000 Blöcke (4,1 Megabyte, gepackt rund 1,7 übertragen). Wer die Messung nachbauen will, braucht nichts weiter — die Blockhashes lassen sich außerdem gegen jede beliebige andere Node prüfen.
Die Festlegung
Versuchsaufbau, Messzahl und Entscheidungsregel wurden am 16.09.2026 schriftlich festgehalten — vor dem ersten Rechenlauf. Spätere Ergänzungen stehen als datierte Nachträge darunter, mit Begründung.
Die Gegentests
Fünf Stück, und sie laufen bei jeder Messung mit: Ein Verfahren, das die Ziehung kennt, muss die volle Trefferzahl erreichen. Eines, das gezielt danebenliegt, darf nichts treffen. Das Nullmodell muss den theoretischen Wert einschließen. Die Merkmale dürfen sich nicht ändern, wenn man alle späteren Ziehungen löscht. Und die Übersetzung vom Blockhash zur Reihe muss gleichverteilt sein. Ohne diese fünf wäre nicht zu unterscheiden, ob die Messung nichts findet oder nichts finden kann.
Stand
Die Zahlen dieser Seite stammen aus dem Messlauf vom 16.09.2026 um 09:56.