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Warum es diese Seite gibt. Überall wird behauptet, eine künstliche Intelligenz könne Lottozahlen vorhersagen. Diese Website könnte das bestreiten — stattdessen hat sie es gemessen. Vier lernende Verfahren, echte Ziehungen seit 1955, echte Bitcoin-Blöcke aus der eigenen Node, und eine einzige Messzahl, die vor dem ersten Rechenlauf festgelegt wurde: am 16.09.2026, schriftlich, samt Entscheidungsregel und der Verpflichtung, das Ergebnis zu veröffentlichen, wie immer es ausfällt.
Das Ergebnis vorweg: Kein Verfahren schlägt den Zufall. Interessanter als dieses Ergebnis ist aber der Weg dorthin — denn zwischendurch sah es kurz anders aus.
Ein Verfahren bekommt alle vergangenen Ziehungen zu sehen und nennt daraufhin seinen Tipp für die nächste. Gezählt wird, wie viele der getippten Zahlen tatsächlich gezogen wurden. Über viele Ziehungen gemittelt ergibt das die mittlere Trefferzahl je Ziehung — die eine Messzahl dieser Seite.
Beim Lotto 6 aus 49 liegt sie bei reinem Raten fest:
Sechs getippte Zahlen, von denen jede mit sechs zu neunundvierzig gezogen wird. Wer rät, trifft im Mittel drei Viertel einer Zahl.
Damit ein Verfahren als besser als Zufall gilt, muss es diesen Wert übertreffen, und sein Vertrauensbereich darf ihn nicht mehr einschließen. Beides stand vorher fest. Die Daten wurden zeitlich getrennt: ältere Ziehungen zum Lernen, mittlere zum Einstellen der Stellschrauben, die jüngsten zum Prüfen — und dieser Prüfteil wurde genau ein einziges Mal angefasst.
Vier Reihen, je fünf Verfahren. „Bestes Verfahren“ ist jeweils das, das im Prüfzeitraum am meisten getroffen hat — nicht das, das etwas kann.
| Reihe | Prüfziehungen | Zufall erwartet | bestes Verfahren | Trennschärfe | Urteil |
|---|---|---|---|---|---|
| Lotto 6 aus 49echte Ziehungen seit 1955 | 384 | 0,7347 | 0,8281Häufigkeit (heiße Zahlen) | 11,1 % | ein Scheinfund |
| KENO 10 aus 70echte Ziehungen seit 2016 | 1.285 | 2,8571 | 2,8942Gegenmodell (kalte Zahlen) | 2,5 % | Nullergebnis |
| Bitcoin 6 aus 49Blockhashes, übersetzt in Reihen | 10.000 | 0,7347 | 0,7439Nullmodell (Zufall) | 2,0 % | Nullergebnis |
| Bitcoin, rohe Bitsdie unteren 128 Bit je Blockhash | 10.000 | 32,0000 | 32,0388Nullmodell (Zufall) | 0,2 % | Nullergebnis |
Lotto und Bitcoin stehen auf derselben Messzahl. Beide rechnen mit 6 aus 49, beide erwarten 0,7347 Treffer je Ziehung. Dafür wird jeder Blockhash in eine Reihe übersetzt — als exakte Ziehung ohne Zurücklegen, geprüft auf Gleichverteilung. Es wird also nicht behauptet, ein Bitcoin-Block sei so wenig vorhersagbar wie eine Lottoziehung; es steht an derselben Zahl.
Und in zwei der vier Reihen ist ausgerechnet das Nullmodell das beste Verfahren — reines Raten schlägt alles, was gelernt hat. Das ist kein Versehen in der Tabelle, sondern das Ergebnis in seiner deutlichsten Form.
Im ersten Durchlauf erfüllte das Häufigkeitsmodell beim Lotto die vorher festgelegte Bedingung: 0,8281 Treffer je Ziehung gegen eine Zufallserwartung von 0,7347 — das sind 12,7 Prozent darüber, und der Vertrauensbereich schloss den Zufallswert nicht mehr ein. Nach der eigenen Regel war das ein Fund.
Was die Festlegung für diesen Fall vorsah. Ein Fund wird erst nach unabhängiger Nachrechnung gemeldet — denn die naheliegendste Erklärung ist nicht Hellsehen, sondern ein Fehler im Aufbau oder ein Zufallstreffer unter vielen Versuchen. Also drei Nachrechnungen, jede für sich aussagekräftig.
1.000 künstliche Datenreihen in Originalgröße, gleichverteilt gezogen, also garantiert ohne jedes Muster. Der Aufbau meldete dort 27 Funde — bei rund einem von vierzig Läufen sieht reiner Zufall wie ein Treffer aus. Das spricht nicht gegen den Aufbau, es ist die bekannte Irrtumsrate eines Vertrauensbereichs von 95 Prozent. Aber es heißt: Ein einzelner Fund dieser Größe ist nichts Besonderes.
Ein tatsächlicher Effekt müsste sich auch früher zeigen. Sieben aufeinanderfolgende Prüfzeiträume seit 2005:
| Prüfzeitraum | Treffer je Ziehung | Lage zum Zufall |
|---|---|---|
| 2005 bis 2007 | 0,7284 | darunter |
| 2008 bis 2010 | 0,7220 | darunter |
| 2011 bis 2013 | 0,7700 | darüber |
| 2014 bis 2016 | 0,7229 | darunter |
| 2017 bis 2019 | 0,6314 | darunter |
| 2020 bis 2022 | 0,8121 | darüber |
| 2023 bis 2025 | 0,8275 | darüber |
Mittel über alle sieben Zeiträume: 0,7449 gegen die Zufallserwartung 0,7347. Der Wert schwankt um die Erwartung, mit einem Ausschlag nach unten in den Jahren 2017 bis 2019, der fast so groß ist wie der nach oben.
1.000 Verfahren, die nichts anderes tun als würfeln, auf demselben Prüfzeitraum. Das beste davon erreichte 0,8698 Treffer je Ziehung — 18,4 Prozent über der Zufallserwartung, und damit deutlich mehr als der scheinbare Fund mit 12,7 Prozent.
Aufgelöst. Der Fund hält keiner der drei Nachrechnungen stand. Ein Prüfzeitraum von 384 Ziehungen ist zu kurz, um einen Ausschlag dieser Größe vom Zufall zu unterscheiden. Es bleibt beim Nullergebnis — auf allen vier Reihen.
Die dritte Nachrechnung ist mehr als eine Kontrolle — sie zeigt den Mechanismus, der hinter praktisch jeder Werbung für ein Lottovorhersage-Angebot steckt. Man muss dafür nicht einmal lügen:
Der Anbieter hat dann eine wahre Zahl, ein echtes Verfahren und eine nachprüfbare Auswertung. Es fehlt nur die Angabe, wie viele Verfahren vorher durchprobiert wurden — und genau diese Angabe fehlt praktisch immer. In der Fachsprache heißt das Mehrfachvergleichs-Problem: Wer genug Fragen stellt, bekommt irgendwann eine auffällige Antwort, ohne dass irgendetwas dahintersteckt.
Die Tabelle der sieben Zeiträume lässt sich auf zwei Arten zitieren. Wer die Jahre 2017 bis 2019 nimmt, „belegt“ damit, dass heiße Zahlen schlechter sind als Raten — also: kalte Zahlen spielen. Wer 2023 bis 2025 nimmt, „belegt“ mit derselben Tabelle das Gegenteil.
Beide Male sind es echte Ziehungen, richtig gerechnet, ehrlich zitiert. Und beide Male ist es Rauschen. Das ist der Grund, warum es in der Ratgeberliteratur beide Lager gibt und warum beide mit Zahlen argumentieren können: Sie müssen sich nur den Zeitraum aussuchen, der zum eigenen Ratschlag passt.
Wie genau eine Messung überhaupt hinsehen kann, hängt daran, über wie viele Ziehungen sie läuft. Ein kleiner Vorteil verschwindet in wenigen Ziehungen im Rauschen — und umgekehrt kann Rauschen dort wie ein Vorteil aussehen. Genau das war der Zwischenfall weiter oben.
| Reihe | Prüfziehungen | kleinster noch erkennbarer Vorteil |
|---|---|---|
| Lotto 6 aus 49 | 384 | 11,1 % |
| KENO 10 aus 70 | 1.285 | 2,5 % |
| Bitcoin 6 aus 49 | 10.000 | 2,0 % |
| Bitcoin, rohe Bits | 10.000 | 0,2 % |
Bei 384 Lottoziehungen reicht es nur für Abweichungen über elf Prozent. Bei zehntausend Bitcoin-Blöcken sinkt die Schwelle auf zwei Prozent, bei den rohen Bits auf zwei Zehntel Prozent — dort landen die vier lernenden Verfahren alle innerhalb von sieben Tausendsteln um den erwarteten Wert.
Woran man eine solche Behauptung prüft. Wer sagt, sein Verfahren schlage das Lotto, muss zuerst sagen, über wie viele Ziehungen er das gemessen hat — und ob er den Prüfzeitraum vorher festgelegt oder hinterher ausgesucht hat. Ohne diese beiden Angaben ist die Behauptung nicht prüfbar. Sie fehlen fast immer.
Die Messung zeigt, dass niemand den nächsten Blockhash vorhersagen kann. Sie zeigt nicht, dass niemand ihn aussuchen kann. Das sind zwei verschiedene Eigenschaften, und weil Blockhashes gelegentlich als öffentlich nachprüfbare Zufallsquelle für Verlosungen dienen, gehört der Unterschied hierher.
Ein Miner findet den BlockBlock
Ein Bündel bestätigter Überweisungen, im Mittel alle zehn Minuten eines. Wer ihn findet, bekommt die Belohnung: die neu erzeugten Bitcoin plus die Gebühren der Überweisungen darin., dessen HashHash
Ein Versuch. Das Gerät rechnet aus dem Blockkopf und einem Zählwert (Nonce) eine Prüfsumme; fällt sie klein genug aus, ist der Block gefunden. Jeder Hash ist wie eine Lottoreihe: eine Chance, sonst nichts. die Verlosung entscheidet, und das Ergebnis passt ihm nicht. Veröffentlicht er ihn, bekommt er die Blockbelohnung und verliert die Verlosung. Verwirft er ihn still und sucht weiter, bekommt er für diesen Block nichts — aber der nächste Hash ist ein neuer Versuch. Verwerfen lohnt sich, sobald
Der Anteil ist der Anteil des Miners an der RechenleistungRechenleistung (Hashrate)
Wie viele Versuche (Hashes) je Sekunde ein Gerät oder das ganze Netz schafft. 1 TH/s sind eine Billion Versuche je Sekunde; das Netz schafft rund 900 EH/s, also 900 Trillionen. des Netzes; die Trefferwahrscheinlichkeit ist eins geteilt durch die Zahl der möglichen Ergebnisse.
| Wie fein das Ergebnis ist | Solo-Miner | Pool mit 30 Prozent |
|---|---|---|
| Münzwurf (gerade/ungerade) | 2 | 1 |
| Würfel (eine von sechs Zahlen) | 6 | 4 |
| einer von zehn Losen | 10 | 7 |
| einer von hundert Losen | 100 | 70 |
| einer von zehntausend Losen | 10.000 | 7.000 |
| Sechser im Lotto (C(49,6)) | 13.983.816 | 9.788.671 |
Angegeben in Vielfachen der Blockbelohnung; eine Blockbelohnung ist derzeit — wert. In Vielfachen, damit die Tabelle nicht mit dem Kurs veraltet.
Je gröber das Ergebnis, desto billiger der Angriff. Ein Münzwurf aus einem Blockhash ist schon ab zwei Blockbelohnungen angreifbar. Umgekehrt schützen sich feine Ergebnisse selbst: Einen Sechser zu erzwingen kostet mehr, als jede denkbare Verlosung einbringt.
Der stärkste Gegeneinwand. Wer sofort verwirft, hinterlässt keine Spur — es gibt also keinen zuverlässigen Nachweis, weder dafür noch dagegen. Der Miner muss die Verlosung außerdem kennen und an ihr beteiligt sein. Und es gibt eine wirksame Gegenmaßnahme: Kombiniert man mehrere aufeinanderfolgende Blockhashes, muss ein Angreifer sie alle nacheinander kontrollieren; schon drei Blöcke machen das für jeden außer einer Mehrheit des Netzes aussichtslos. Die Rechnung unterstellt zudem einen Miner, der nur auf den ErwartungswertErwartungswert
Was im Mittel über sehr viele Versuche herauskommt: Gewinn mal Chance. Beim Solo-Schürfen sieht man ihn nie auf dem Konto; es gibt nur ganz oder gar nicht. schaut.
Deutsche Lotterien halten genau deshalb an physischen Ziehungsgeräten unter notarieller Aufsicht fest, obwohl ein Rechner billiger wäre. Unvorhersagbar und unbestechlich sind nicht dasselbe.